GraSS-Antwort
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“There’s zero correlation between being the best talker and having the best ideas.”
(Susan Cain)
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Ein zwölfmaliges “Noch da?” beim Zugfahren,ernsthaft jetzt, ja, ihr seid schon lustig ihr beiden, nee das findest du auch, diese kleinen Gummitiere vom Kiosk, ja gemischt für zweifünfzig, die hast du auch immer so geliebt, dass ihr das beide mögt, unglaublich, ja gut, dass es bald Freitag ist, das Wochenende ist die schönste Zeit der Woche, endlich mal ausschlafen, da hat sie recht, mit einem feinen Milchkaffee so richtig mal Zeitunglesen im Bademantel, und wenns jetzt wärmer wird, noch da, ja, dein Balkon ist wirklich schön, hast auch einen grünen Daumen, aber das nächste Mal kochst du, nein, das war so lecker, so was hast du noch nie gegessen, ja du mochtest die beiden auch, sind bestimmt tolle Freunde, sind auch bei Facebook, bist so froh, dass du den Zug doch noch gekriegt hast, ja da haben wir uns total verquatscht, fandste auch schön gestern und so, jetzt hat sie dir doch alles vorweggenommen, was du ihr gerade in der email geschrieben hast, aber die hast du ja jetzt, ist echt schlechter Empfang hier im Zug, noch da, hör dich ganz schlecht, ja das wird schön, dann habt ihr ja auch endlich mal mehr Zeit, das ihr soviel gemeinsam habt, hättest du auch nicht gedacht, sie dir auch, noch da, noch da, noch da, du rufst noch mal an, wenn wir aus dem Tunnel raus sind, DU RUFST NOCH MAL AN WENN WIR, noch da, hörst du mich, der Empfang ist aber auch, dabei ist da doch der Handyaufkleber, ja haste extra reserviert, du sie auch, ja versprochen, sobald du zuhause bist, noch da, noch da, noch?
So it’s coming home now. I can feel it. Of course I can feel it. It’s been roughly three weeks now since I turned the key to my apartment for the first time after a six weeks absence. I know it’s not quite odyssean yet but still the longest I got out in years. So how does it feel? I don’t know. Pretty weird, a little overwhelming at times and at best alright. Which ain’t too bad, I suppose. Getting back into the motion is still on top of the list.
There’s no check behind getting used to grey faced german shepherds who are crawling the streets and this mysterious air of envy you can smell at each corner. People seem to be really scared right now. Maybe they always were. Always have been. Fall is definitely not of any help in all this. So for now I just blame it on the weather and keep smiling out of my raincoat’s hood. Like a little crazy fellow with too big a pair of glasses. So this goes out to all my raincoat friends and the blessed ones who are still wearing last summer’s shorts. Keep hanging in there and as the three wise teenagers always say: keep it real.
Some say home is where the heart is. Some say home is where it hurts.
Others just hang their hats. Home is not an easy place to find. And then again it’s everywhere. Family, friends and lovers are home. Work and dreams are. Sometimes an empty table at your favorite bar is. So I found it’s time to visit all these people and places once again. Some of them can only be found in my head. Some of them are faint memories, others are as vivid as the taste of yesterdays dinner. Some of them I barely have the nerve to call up, others I can’t wait to finally see again. Either way they’re all a part of me. Together they are my home. So this summer is all about going home. And I’ve already started. So come on over, kick off your shoes and enjoy the ride.
Starting now through 3rd October I’ll be strolling down memory lane, meeting dear old friends and hopefully touching new grounds.
Check your front row seat. It’s right here.
Welcome to PARADEFAHREN on tour.

Kaufen? Hier.
And here we go, New York!
PS We always knew.

b
Haben Sie Angst? Kommen Sie schon. Es kann Sie hier sowieso keiner hören. Und eigentlich ist es uns auch ziemlich egal, in welcher Verfassung sie sich dieser Tage durch die bunte Warenwelt schleppen. Wir haben jedenfalls sehr viel Angst. Ach, was heißt hier sehr viel. Die Kassiererin mit dem bösen Blick im Discounter – Angst. Der Weg in die abendlich gefüllte Konzerthalle – Horror. Der Blick in den Spiegel – welcher Blick? Angst vor dem Atmen. Angst vor dem Aufstehen. Panik vor dem Selbst. Ich. Vor sich selbst in Deckung zu gehen ist keine gute Alltagsdisposition, glauben Sie mir. Es dauert eine Weile und dann sind Sie einfach nicht mehr da. Teilnahme verweigert. Am Leben. Am Lieben. Am eigenen Wunderland. Das geht nicht von jetzt auf heute. Manche sagen, es sei genetisch. Jedenfalls sucht es sich leise und vorsichtig seinen Weg. Ein schlechtes Gewissen hier, vielleicht eine kleine Prüfungsangst oder Lampenfieber vor dem neuen Job. Die Anlegeplätze gehen da weg wie heiße Semmeln. Jedes Wort kann auf einmal das falsche sein, jeder Blick ein schlechter. Nicht zu reden von Entscheidungen. Die Fallen stehen an allen Ecken bereit. Und auf einmal kostet alles Unmengen von Mut. Jedenfalls fühlt es sich so an. Jetzt ist Mut eine Währung, für die es so gut wie keine Wechselstuben gibt. Der Rotwein am Abend hat keinen guten Wechselkurs anzubieten. Der Schlaf macht nicht mehr wach. Und dann ist es irgendwann einfach dunkel. Die Routine läuft bestens. Das Ich sitzt fest. Kuschelig gewärmt von stetig nachgelegten Holzscheiten im Kamin. (Angst brennt ganz gut, glauben Sie mir.) Ansonsten ist das meiste belanglos, gleichgültig und lauwarm. Und alles, was sie haben ist Angst.
Nun ist das hier noch keine Erfolgsgeschichte. Vielleicht nicht einmal eine Zwischenbilanz. Nur ein leiser Ausdruck der Dankbarkeit darüber, dass man mir die blinden Fensterscheiben mit der Aussicht auf mich selbst wieder aufgestoßen hat. Gut, das sieht momentan eher aus wie ein großer Sperrmüllhaufen. Aber wie der glänzt, wenn die Sonne drauf scheint. Und das beste ist, das gehört alles mir. Fun Fact: Sie haben das auch. Was Sie damit anstellen, ist einzig Ihre Angelegenheit. Und Chance. Nutzen Sie sie. Egal, ob Sie aus dem winterlichen Kurzdepressionsbad gerade wieder auftauchen oder sich nach jahrelanger Irrfahrt zur Heimkehr entschlossen haben. Scheren Sie sich den Kopf, erzählen sie der Kassiererin, dass sie aber ziemlich böse dreinschaut, hauen Sie sich den Kopfhörer auf die Ohren und lassen sie in der S-Bahn die Stimmbänder krachen. Machen Sie wieder mit. Schritt für Schritt. Vielleicht werden Sie es nicht schaffen, sich jeder Angst persönlich zu stellen. Vielleicht werden Sie übermorgen in Caracas aufwachen. Vielleicht trinken Sie zu Weihnachten Bruderschaft mit ihrem Dalai Lama. Das wissen wir alle nicht. Aber die Sache mit der Angst kommt uns jedenfalls nicht mehr in die Tüte (OST: Chain And The Gang/Not Good Enough).
b
Auf einen herrlichen Frühsommer, liebe Langohren! Weitere Seitenblicke von August gibt es hier!